Eine Heimkehr nach Berlin fand im Januar im doppelten Sinne statt: Vor rund 10 Jahren nahm Pierre-Laurent Aimard den ersten Band des Wohltemperierten Klaviers auf und kehrte nun für die Einspielung des 2. Bandes in die Deutsche Hauptstadt zurück.
Als Aufnahmeort wählte der Ausnahme-Pianist diesmal das berühmte Teldex-Studio – rund 25 Jahre nach seiner letzten Aufnahme dort. Und als sein treuer Begleiter durch 24 Präludien und Fugen erwies sich einmal mehr der "piano duo Op. 615313".
Rückkehr nach 25 Jahren: Pierre-Laurent Aimard am Op. 615313 und Tonmeister Sebastian Nattkemper vom Teldex-Studio in Berlin
Pierre-Laurent Aimard wäre nicht der „Solitär unter den Top-Pianisten“ [Frankfurter Rundschau], würde er Bachs Reise durch 24 Tonarten und je 24 Präludien und Fugen monochrom und monoräumlich anlegen. Vielmehr sollte jedes Stück nicht nur seine eigene musikalische Struktur, sondern auch seine eigene klangliche Identität und räumliche Dimension bekommen.
Farbe und Raum in jeder einzelnen Note: v.l.n.r. Sebastian Nattkemper, Aufnahmeleiter Christoph Claßen und Pierre-Laurent Aimard
Und genau hier zeigte sich, warum Pierre-Laurent Aimard gerade für diese Aufnahme den „615313“ gewählt hat: Seine enorme klangliche Flexibilität und räumliche Wandlungsfähigkeit sind die große Stärke dieses Ausnahmeintruments. Der Flügel konnte unter dem variablen Anschlag des Meisterpianisten praktisch jeden vorstellbaren Klang abbilden – praktisch ohne größere klaviertechnische Eingriffe und aufnahmetechnische Manipulationen.
Völlig unterschiedliche Klänge: Pierre-Laurent Aimard und der „615313“ auf ihrer gemeinsamen Reise durch den Aufnahmesaal des Teldex-Studios
Vielmehr erwies sich der Aufnahmesaal des Teldex-Studios als wandlungsfähiger Helfer und kongenialer Partner: Je nach Aufstellungsort konnten Pianist und Flügel völlig unterschiedliche Klänge erzeugen und dem Aufnahmeteam mit Aufnahmeleiter Christoph Claßen und Tonmeister Sebastian Nattkemper gelang es, diese mit Hilfe einer Vielzahl von verschiedenen Mikrofonen an unterschiedlichen Positionen in größter Plastizität und Authentizität einfangen.
Auf der Suche nach 48 passenden Klängen: Sebastian Nattkemper, Christoph Claßen und Pierre-Laurent Aimard mit dem „615313“